Energiemanagementsystem nach DIN 50001

In der Industrie bestehen umfangreiche Effizienzpotentiale in Produktionsprozessen und Querschnittstechnologien. Weitere Ansatzpunkte zur Verminderung des Energieeinsatzes finden sich in der Optimierung von Materialströmen, der Umsetzung energieeffizienter Produktinnovationen und Dienstleistungen sowie in der Nutzung verhaltensbedingter Einsparpotentiale.

Energiemanagement ist in Industrie- und Gewerbebetrieben inzwischen ein bewährtes Instrument zur Verbesserung der Energieeffizienz und damit zur kontinuierlichen Senkung der CO2-Emissionen. Die Erfahrungen, z.B. aus den Niederlanden, Finnland, Österreich und der Schweiz, zeigen, dass eine Vielzahl von Unternehmen bereits in den ersten Jahren durch ein systematisches und genormtes Energiemanagementsystem (EnMS) meist mehr als 10 % ihres Energieverbrauches einsparen konnten.

Die Norm DIN EN ISO 50001 beschreibt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem (EnMS), welches ein Unternehmen in die Lage versetzt, seine energetische Leistung durch einen systematischen Ansatz kontinuierlich zu verbessern und dabei gesetzliche Anforderungen, sowie anderweitige Verpflichtungen für die Organisation zu berücksichtigen.

Zum Stichtag 24. April 2012 wurde die Norm DIN EN 16001:2009 zurückgegezogen und durch die internationale Norm DIN EN ISO 50001:2011 ersetzt. Die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH – nachfolgend DAkkS genannt – hat die Frist für akkreditierte DIN EN 16001-Zertifikate bis zum 24.4.2013 festgelegt.

Der Bundestag hat am 9. November 2012 die Änderung des Energie- und Stromsteuergesetzes beschlossen.

Die Gesetzesänderung beinhaltet die Nachfolgeregelung für den so genannten Spitzenausgleich für einen Zeitraum von 10 Jahren ab dem 1. Januar 2013. Der Spitzenausgleich nach § 10 Stromsteuer- und § 55 Energiesteuergesetz wird künftig an die Einführung eines so genannten Energiemanagementsystems (EnMS) nach DIN EN ISO 50001 oder alternativ an ein Umweltmanagementsystem (UMS) nach EMAS geknüpft werden.

Für KMU gemäß EU-Definition sind alternative Systeme als Nachweis zur Verbesserung der Energieeffizienz z.B. nach der Norm DIN EN 16247-1 oder durch vergleichbare Maßnahmen ausreichend.

Des Weiteren wurden Zielwerte für die Reduzierung der Energieintensität der deutschen Wirtschaft ab 2015 gesetzlich verankert.

Unternehmen, die einen Anspruch auf die reduzierte EEG-Umlage gemäß §§ 40 ff. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2012) gelten machen wollen, müssen zur Antragstellung am 30. Juni 2013 nachweisen, dass sie über ein Umwelt- oder Energiemanagementsystem gemäß EMAS oder DIN EN ISO 50001 verfügen.